Zum Inhalt springen
Dr. Marlen Hofmann

Wenn KI-Revolution schneller ist als Regulierung: OpenClaw meets DORA und KI-VO

Ich will heute noch etwas mit euch teilen, das mich zutiefst besorgt: [OpenClaw]( https://www.linkedin.com/search/results/all/?keywords=%23openclaw&origin=HASH_TAG_FROM_FEED ) - ein Open-Source-Projekt für autonome KI-Agenten! Es entstand ursprünglich als Wochenend-Projekt eines österreichischen Entwicklers, inzwischen ist es eines der am schnellsten wachsenden GitHub-Projekte überhaupt. ‼️ Was…

Ich will heute noch etwas mit euch teilen, das mich zutiefst besorgt: [OpenClaw](https://www.linkedin.com/search/results/all/?keywords=%23openclaw&origin=HASH_TAG_FROM_FEED) – ein Open-Source-Projekt für autonome KI-Agenten!

Es entstand ursprünglich als Wochenend-Projekt eines österreichischen Entwicklers, inzwischen ist es eines der am schnellsten wachsenden GitHub-Projekte überhaupt.

‼️ Was ich dazu recherchiert habe, hat meine Einschätzung der aktuellen Bedrohungslage grundlegend verändert.

OpenClaw-Agenten können von praktisch jedermann erstellt und mit vollem Systemzugriff ausgestattet werden: Browser steuern, Shell-Kommandos ausführen, Accounts anlegen – komplett autonom und ohne Rückfragen.

Für diese Agenten wurde am 28. Januar (also vor weniger als 2 Wochen!) [Moltbook](https://www.linkedin.com/search/results/all/?keywords=%23moltbook&origin=HASH_TAG_FROM_FEED) gestartet – eine Plattform, auf der sich KI-Agenten austauschen und autonom weiterentwickeln können.

⁉️ Was ist seitdem passiert?

  1. 1,7 Mio. autonome Agent-Accounts auf Moltbook 2️⃣ Agenten, die sich selbstständig Telefonnummern registrieren 3️⃣ Agenten, die eigene Infrastruktur aufbauen 4️⃣ Agenten, die ihre Kommunikation verschlüsseln 5️⃣ Agenten, die API-Schlüssel autonom erzeugen oder stehlen 6️⃣ Agenten, die sich eigene Accounts auf anderen Plattformen anlegen, u.s.w.

⁉️ Warum ist das für uns Compliance- und Governance-Menschen relevant Wir sind auf diese Form von Intelligenz nicht vorbereitet. Unsere Schutzmechanismen versagen!

Lasst mich das an einem Beispiel verdeutlichen: Diese Agenten können sich unbemerkt bei Webanwendungen registrieren. CAPTCHAs? Lösen sie mit 95% Erfolgsrate. E-Mail-Account? Erstellen sie sich selbst. Telefonnummer für MFA? Buchen sie autonom. Ein KI-Agent ist heute von einem menschlichen Nutzer faktisch nicht mehr zu unterscheiden!

Und dann wird es richtig ernst, denn sind die Agenten einmal in unseren Anwendungen drin, können sie systematisch nach Schwachstellen suchen – geduldig, 24/7 und völlig unbemerkt.

🔥 Das Schlimme: Während wir uns noch mit den regulatorischen Vorgaben aus DORA und KI-Verordnung beschäftigten und über die Definition der kritischen oder wichtigen Funktionen streiten, haben menschliche und künstliche Angreifer mehr als genug Zeit, um unsere Schwachstellen zu finden und auszunutzen.

Mangelnde Compliance könnte also bald unser geringstes Problem sein, denn die Bedrohungslage verändert sich gerade massiv und viel schneller, als wir unsere mühsam erstellten Schutzkonzepte anpassen können.

Wir müssen unsere IKT-Risikoanalysen also dringend aktualisieren – nicht nächstes Jahr im Rahmen der regulären Rezertifikation, sondern jetzt, denn die Spielregeln und die Eintrittswahrscheinlichkeiten haben sich gerade grundlegend verändert.

Lasst mir gerne eure Gedanken da – wie bewertet ihr die Bedrohungslage durch autonome KI-Agenten?