Ist das KI? Die schwierigste Frage im EU AI Act
Seit Wochen arbeite ich an der Operationalisierung der KI-Definition nach Art. 3 Nr. 1 KI-VO.
Seit Wochen arbeite ich an der Operationalisierung der KI-Definition nach Art. 3 Nr. 1 KI-VO. Drei Kernprobleme sind mir dabei begegnet:
1. Die KI-VO definiert Systeme — aber nicht klar genug.
Die Verordnung definiert eigentlich KI-Systeme und nicht KI-Methoden – jedoch inkonsequent. Eine logistische Regression wird in den EU-Leitlinien beispielsweise als Ausnahme gelistet — und gleichzeitig handelt es sich doch um eine KI-Methode. Wer hier keinen Überblick hat, macht schnell Fehler und kommt zum falschen Ergebnis.
2. „Ableiten“ ist nicht gleich „Ableiten“.
Das zentrale Abgrenzungskriterium — die Fähigkeit zur Ableitung ist irreführend, denn es gibt gemäß Verordnung mindestens zwei Dimensionen: Wie wurde das System gebaut, damit es überhaupt ableiten kann und wie arbeitet es im Betrieb? Ein System könnte also im Betrieb wie ein klassisches IT-System wirken aber dennoch als KI-System gelten, da es mit KI-Methoden aufgebaut wurde.
3. Die KI-VO stellt Schein-Kriterien auf.
Einige Definitionselemente klingen nach harten Abgrenzungsmerkmalen, sind aber praktisch immer erfüllt. „Maschinengestützt“? Jedes IKT-System. „Beeinflussung physischer oder virtueller Umgebungen“ Welches System tut das nicht? „Zielorientierte Arbeitsweise“? Standard-Vorgehen. Die KI-VO liefert Kriterien, die leider nicht aussagekräftig sind.
Und genau hier fangen die Probleme in der Praxis an. Die mangelnde regulatorische Vorgabe sorgt dafür, dass wir uns mehr mit der Definitionsfrage und regulatorischen Auslegung beschäftigen als mit der Nutzbarkeit der neuen Werkzeuge. Das wirft uns im Rennen um die KI-Führerschaft weiter zurück.
Deshalb habe ich in den letzten Wochen an einer Methode gearbeitet, die die KI-Definition operationalisiert — mit klaren Prüfkriterien, einer nachvollziehbaren Entscheidungslogik und einer sauberen Trennung zwischen echten Abgrenzungskriterien und illustrativen Merkmalen.
Und ich habe die Methode so gebaut, dass ich sie als Skill in einen KI-Chatbot laden kann.
Das Ergebnis: Der Chatbot klassifiziert ein System innerhalb von Sekunden — fundiert, nachvollziehbar und wiederholbar. Mich würde dieselbe Prüfung Stunden kosten, und sie wäre lange nicht so konsistent.
Mehr dazu gibt hier auf meinem Profil in den nächsten Tagen 😊