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Dr. Marlen Hofmann

Habt ihr euch schon einmal ein zweites Gehirn gewünscht, das euer Fachwissen sortiert, verknüpft und mit euch weiterlernt?

🧠 Seit etwa einem halben Jahr baue ich mir so eines für meine DORA-Werkstatt: ein KI-basiertes Second Brain, das mich in meiner Regulatorikarbeit unterstützt. Gebaut ist es nach dem LLM-Wiki-Muster von Andrej Karpathy.

🧠 Seit etwa einem halben Jahr baue ich mir so eines für meine DORA-Werkstatt: ein KI-basiertes Second Brain, das mich in meiner Regulatorikarbeit unterstützt.

Gebaut ist es nach dem LLM-Wiki-Muster von Andrej Karpathy. Er ist so etwas wie der „Godfather of AI“ für mich und viele andere KI-affine Menschen.

Und ganz ehrlich: Keine KI-Anwendung hat meinen Arbeitsalltag bisher stärker verändert.

Das Second Brain basiert auf einem lokalen Obsidian-Vault. Darin liegt alles, was ich in zwei Jahren DORA-Werkstatt zusammengetragen habe: Rechtstexte, Aufsichtsveröffentlichungen, meine Schulungsunterlagen, der DORA-Sollmaßnahmenkatalog, Fachartikel und vieles mehr.

Daraus baut das KI-System Konzeptseiten auf, verknüpft sie und verarbeitet meine Hinweise, Korrekturen und Bestätigungen aus all unseren Chatverläufen rund um die Regulatorik. So entsteht nach und nach eine Art riesiges Wikipedia meines eigenen Fachwissens. Das System weiß dann beispielsweise, wo die kritische oder wichtige Funktion im Informationsregister und in Verträgen wieder auftaucht und an welcher Stelle ich das in meinen Schulungen erkläre.

Im Kern besteht das Second Brain aus drei Schichten:

  1. Die Originalquellen: Sie bleiben unverändert und sind der verbindliche Ausgangspunkt und das Nachschlagewerk meiner Arbeit.
  2. Das Wiki: Die Wissensschicht ordnet die Inhalte und legt Konzeptseiten zu Begriffen, Rechtstexten und Anforderungen an. Das macht das System fast eigenständig.
  3. Die Auslegung: Diese Schicht gibt es in Karpathys ursprünglicher Idee gar nicht, doch für mich ist sie fundamental. Hier halte ich fest, wie meine Denkstrukturen funktionieren (beispielsweise wie ich Ableitungen treffe oder wie ich zu Entscheidungen komme) und welche „Denkergebnisse“ daraus folgen. Ändert sich im Laufe der Zeit meine Einordnung oder Meinung, hält mein Second Brain sogar meinen Lernprozess fest.

Die Nutzerfahrung?

🎯 Ich muss mich nicht mehr an alles vollständig erinnern. Ein Bruchstück genügt meistens, um einen früheren Gedanken oder eine Anforderung wiederzufinden und einzuordnen.

🎯 Ich muss nicht mehr alles selbst bis zum Ende denken. Ich setze mit meiner Expertise und meiner eigenen „Rechenpower“ die Leitplanken und entwickle das fachliche Konzept. Das System arbeitet die Schritte aus, prüft Alternativen und ergänzt die Einzelheiten.

Und jetzt stellt euch mal vor, es gelänge, das alles zu verpacken und in ein KI-Double zu übersetzen. Wir könnten KI-Doubles von Fachexperten erstellen, die sich nicht nur in einem Haus einsetzen lassen, sondern in vielen verschiedenen Unternehmen tätig werden. So ließen sich der quantitative und der qualitative Fachkräftemangel zugleich angehen…

Wäre das nicht fundamental?

Daran baue ich gerade. Mal sehen, wohin mich das führt 😉