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Dr. Marlen Hofmann

đŸ”„ Hot-News aus der DORA-Werkstatt!

Gestern hat die FINMA ihre neue Aufsichtsmitteilung 05/2025 zur Operationellen Resilienz veröffentlicht. ❓ Warum das fĂŒr uns relevant ist – dazu eine kurze Einordnung: Die FINMA ist die schweizerische Bankenaufsicht und obwohl die Schweiz als Drittstaat nicht direkt DORA unterliegt, gibt es auch dort ein vergleichbares Regelwerk – das Rundschreiben 2023/1 „Operationelle Risiken und Resilienz – 


đŸ”„ Hot-News aus der DORA-Werkstatt!

Gestern hat die FINMA ihre neue Aufsichtsmitteilung 05/2025 zur Operationellen Resilienz veröffentlicht.

  • ❓ Warum das fĂŒr uns relevant ist – dazu eine kurze Einordnung:

Die FINMA ist die schweizerische Bankenaufsicht und obwohl die Schweiz als Drittstaat nicht direkt DORA unterliegt, gibt es auch dort ein vergleichbares Regelwerk – das Rundschreiben 2023/1 „Operationelle Risiken und Resilienz – Banken“.

Ähnlich wie bei uns gibt es auch hier „kritische Funktionen“ (kF), was mit unseren „kritischen oder wichtigen Funktionen“ (kwF) vergleichbar ist.

In ihrem Papier gibt die FINMA spannende Einblicke in die Ergebnisse einer Datenerhebung und gleich mehrere Punkte sind dabei wirklich interessant:

  1. Der Begriff „Funktion“ wird aus aufsichtlicher Perspektive erlĂ€utert.
  2. Es finden sich Hinweise zum Vorgehen zur Ermittlung kritischer Funktionen.
  3. Die Mitteilung enthÀlt eine Auflistung der am hÀufigsten genannten kritischen Funktionen.
  4. Es werden explizit Prozesse genannt, die nicht unter die kF-Definition fallen.

Die Liste der hÀufigsten kF kommt euch sicher bekannt vor. Genannt wurden:

  • Zahlungsverkehr
  • Wertpapierhandel
  • Treasury / LiquiditĂ€tsmanagement
  • Bargeldversorgung
  • inlĂ€ndisches KreditgeschĂ€ft und
  • inlĂ€ndisches EinlagengeschĂ€ft.

Zudem haben die Schweizer Banken ĂŒber 300 Themen benannt, von denen die FINMA rund zwei Drittel nicht als kritisch einstuft! Dazu zĂ€hlen beispielsweise Postwesen, IT-Betrieb, Front- und Backoffice, regulatorisches Reporting, Risikomanagement oder Kundenbewirtschaftung.

Die Aufsicht zeigt sich hier ĂŒberraschend klar und zieht eine deutliche Grenze zwischen „kritischen Funktionen“ und den Prozessen einer Bank. Konkret heißt es, man solle bei der Identifikation der kF eine strategische Top-Down Sicht einnehmen und „lediglich die strategisch wichtigsten Operationen oder Leistungserbringungen als kritische Funktionen“ definieren – also jene Funktionen, die eine direkte und unmittelbare Auswirkung auf Kunden, das Institut oder die FunktionsfĂ€higkeit des Finanzmarktes haben.

Die FINMA hĂ€lt zudem fest, dass sich die meisten Institute auf eine limitierte Zahl kritischer Funktionen konzentrieren – was ausdrĂŒcklich im Sinne der aufsichtsrechtlichen Vorgaben sei.

💬 Mein Fazit aus der DORA-Werkstatt

Auch wenn die FINMA nicht die BaFin ist und die Schweizer Bankenregulatorik sich von den europÀischen Vorgaben unterscheidet, gehe ich davon aus, dass unsere Aufsichtsbehörden Àhnliche Sichtweisen vertreten werden.

Zugleich sollten wir unsere Methoden zur Ermittlung der kwF kritisch ĂŒberprĂŒfen und noch konsequenter zwischen Funktionen und Prozessen unterscheiden.

Was meint ihr – wird sich dieser Blickwinkel auch bei uns durchsetzen? 😀